Beispiele 2
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BEISPIELHAFT
Mit Rücksicht auf die Umwelt: Ein anspruchsvolles Bauverfahren schont das Naturschutzgebiet bei der Saale-Elster-Talbrücke.
Brückenbau

Flatiron entwickelte ein neues Brückenbauverfahren, das Eingriffe in die Natur minimiert: Das Unternehmen konstruierte einen Ausleger, von dem Pfähle in den Boden getrieben, vorgefertigte Straßensegmente verlegt und Träger eingesetzt werden. Ist ein Streckenabschnitt vollendet, fährt der Ausleger weiter. Der Einsatz schwerer Baufahrzeuge ist deshalb nicht notwendig. Die neuartige Maschine ermöglicht so, eine gesamte Brücke in einem „Fließbandverfahren“ zu errichten. Beim Bau des Straßenprojekts Highway 17 Bypass bei Washington, der durch ein Naturschutzgebiet führt, setzte Flatiron diese Methode erstmals ein. Wir gewannen den Auftrag in einem Bieterwettbewerb, bei dem neben den Baukosten auch die Umweltverträglichkeit der Baumaßnahmen als Auswahlkriterium zählte. Elie Homsi, Vice President bei Flatiron, erhielt für dieses innovative Brückenbauverfahren den Preis „Newsmaker 2008“ vom US-Magazin Engineering News-Record.

Ähnlich anspruchsvoll gestaltet sich der Bau der Saale-Elster- Talbrücke, einer Eisenbahnüberführung der Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle. HOCHTIEF Construction erstellt in einer Arbeitsgemeinschaft das mehr als 8 600 Meter lange Brückenbauwerk – es wird das größte seiner Art in Deutschland sein. Die Neubaustrecke quert südlich von Halle die Auenlandschaft der Saale und Weißen Elster mit mehreren Naturschutzgebieten, darunter ein Flora- und Faunahabitat sowie ein Vogelschutzgebiet. Aufgrund des Naturschutzes ist in zwei Abschnitten keine Baustellenzufahrt zulässig. Deshalb errichtet das Projektteam die Hauptbrücke im Bereich der Weißen Elster auf einer Länge von 704 Metern mit einer sogenannten Vor-Kopf-Bauweise. Gleichzeitig ruhen im Vogelschutzgebiet während der Brutzeit im Frühjahr für mehrere Monate die Bautätigkeiten, die noch bis 2012 andauern werden.

Blumen für die Queen: Sie weihte Ende Juni das Wasserkraftwerk Glendoe in den schottischen Highlands ein.
Kraftwerksbau

Der Bau des Wasserkraftwerks Glendoe von HOCHTIEF Construction unterlag strengen Umweltrichtlinien, da es im Hochmoor der schottischen Highlands, einem großen Naturschutzgebiet liegt. Dort leben viele unter Artenschutz stehende Tierarten, wie etwa Steinadler oder Otter sowie seltene Pflanzenarten. Die beiden Umweltingenieure vor Ort stellten während des gesamten Projektverlaufs sicher, dass verantwortungsvolles Handeln aller Beteiligten gewährleistet war, und schulten das gewerbliche Personal auf Umweltbelange. Ein Beispiel für den besonderen Schutz der Artenvielfalt: Ein Großteil der Bauarbeiten lag in Gebieten mit aktiven Ostschermauskolonien (Wühlmausart) deren Biotope in Schottland unter gesetzlichem Schutz stehen. Die Umweltspezialisten spürten die Mäuse auf, kartierten und vermerkten die Kolonien im Gelände, um die Straßen und Bautätigkeiten an diesen vorbei zu führen. Außerdem verwendete das Team die beim Straßenbau abgetragenen Schichten aus Torf und Gletschergeschiebe später wieder für die Renaturierung. Sehr behutsam ging das Projektteam auch mit dem seltenen Moos Bryum muehlenbeckii um. Es wächst an den felsigen Ufern des Flusses Tarff, der im Zuge des Dammbaus aufgestaut wird, und ist nur an wenigen Orten in Schottland zu finden. Ein Moosspezialist war dafür verantwortlich, das Moos umzusiedeln. Den ausgebrochenen Fels, der bei den Tunnelbohrarbeiten anfiel, transportierte ein Förderbandsystem ab. So vermieden die Projektbeteiligten den Einsatz von Fahrzeugen.*

Die Swanbank Waste Management Facility ist ein „grünes“ Projekt der Leighton-Beteiligungsgesellschaft Thiess, bei dem Abfall in Energie verwandelt wird – dieses Verfahren ist unter dem Namen „ReOrganic Energy“ bekannt. Die Anlage hat das Potenzial, 364 000 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr zu reduzieren. Sie kann genug Energie erzeugen, um 9 400 Haushalte zu versorgen. Das Projekt gilt als die erste Deponie in Australien, die privat betrieben wird.

externer link : www.glendoe.co.uk
*Weitere Informationen finden Sie auf Seite 38.
 
 
Nachhaltigkeitsbericht 2009 48
 
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